Verhütung

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Verhütung

 

Wir beraten Sie jederzeit gerne über alle Möglichkeiten der Verhütung. Welche Form der Verhütung die "Richtige" für Sie ist, sollten wir in einem Beratungsgespräch gemeinsam herausfinden. Es gibt bei jeder der Verhütungsformen Vor- und Nachteile. Im Folgenden haben wir Ihnen ein paar dieser Verfahren exemplarisch zum Nachlesen zusammengestellt.

 

1. Der Klassiker - die Pille

Die Pille gibt ist eines der ältesten "modernen" Verhütungsverfahren. Hierbei unterscheidet man Pille, die zwei Wirkstoffe enthalten (z.B. Mikropille) von Pillen, die nur einen Wirkstoff enthalten ("Minipille"). Die Minipille kann von fast jeder Frau eingenommen werden und ist auch beim Vorhandensein anderer Erkrankungen zugelassen. Außerdem kann sie in der Stillzeit eingenommen werden. Eine Besonderheit liegt darin, dass die Minipille durchgehend ohne Pause eingenommen wird.

Im Vergleich dazu kann die "Mikropille" mit zwei Wirkstoffen (Östrogen und Gestagen) nicht von allen Frauen eingenommen werden, da sie das Risiko für die Entstehung einer Thrombose minimal erhöht. Deshalb sollte sie beispielsweise nicht von Frauen über 35 Jahren mit einem starken Übergewicht oder Nikotinkonsum eingenommen werden, da dies ebenfalls das Risiko für eine Thrombose erhöhen kann. Bei der Mikropille wird häufig 21 Tage lang eine Pille eingenommen, gefolgt von einer 7- tägigen Pause in der die Regelblutung einsetzt.

Die Pille kann zur Behandlung von Regelschmerzen, Regelstörungen und zur Verhütung eingesetzt werden. Zusätzlich können mit der Auswahl des Wirkstoffes andere positive Eigenschaften genutzt werden (z.B. Behandlung von Akne, Haarausfall, Verbesserung der Libido, uvm.). Ausserdem kann mit einigen Pillen ein sogenannter "Langzyklus" durchgeführt werden. Hierbei kann über mehrere Monate die Regel unterdrückt werden und der Zeitpunkt der Regelblutung nach Wunsch festgelegt werden.

 

2. Die Pille als Sequenz- oder Stufenpräparat

Bei einer Kombinationspille mit Östrogen und Gestagen kann es unter bestimmten Bedingungen sinnvoll sein, die Wirkstoffkonzentrationen im Zyklusverlauf zu verändern. Das bedeutet, dass nicht in jeder Pille die gleiche Menge an Wirkstoff enthalten ist, sondern das die Wirkstoffmenge von Tag zu Tag variiert. Das kann zum Beispiel zur Therapie von Zyklusstörungen genutzt werden.

Sequenz- oder Stufenpräparate eignen sich normalerweise nicht, um einen "Langzyklus" durchzuführen. Hierzu sollte eine fixe Wirkstoffkombination und damit eine andere Pille eingesetzt werden. Ob Ihre Pille für einen Langzyklus geeignet ist, sollten wir in einem persönlichen Gespräch klären.

 

3. Der Verhütungsring

Der Verhütungsring wird in die Scheide eingelegt und verbleibt dort über 21 Tage. Nach Entfernen des Ringes tritt die Regelblutung auf und nach 7 Tagen sollte ein neuer Ring eingelegt werden. Der Verhütungsschutz ist vergleichbar mit der Pille. In dem Ring sind ähnlich wie in der Pille zwei Wirkstoffe enthalten - allerdings in einer niedrigen Dosierung. Der Ring wird beim Geschlechtsverkehr in der Regel nicht wahrgenommen. Der Ring bietet somit eine gute Alternative zur Pilleneinnahme, auch wenn diese Form der Verhütung häufig teurer ist, als die Verhütung mit anderen Mitteln.

 

4. Die "Spirale"

Die "Spirale" bezeichnet ein Verhütungssystem, dass in die Gebärmutterhöhle eingesetzt wird. Dabei unterscheidet man die Spirale mit einem Hormon als Wirkstoff und eine Spirale, die mit Kupfer beschichtet ist. Die "Hormonspirale" führt häufig zu einem Nachlassen der Regelblutung oder zu einer Amenorrhoe (Fehlen der Regelblutung). Die Regelblutung setzt nach Entfernen der Spirale wieder ein. Risiken der Spirale betreffen die Einlage und das Entfernen beziehungsweise die korrekte Lage der Spirale. Insgesamt kann die Spirale 3-5 Jahre je nach Präparat in der Gebärmutter verbleiben. Nebenwirkungen könnten neben anderen Dingen beispielsweise auch Blutungsstörungen sein.

 

5. Depot-Injektion

Die sogenannte "Drei-Monatsspritze" wird alle 12 Wochen injiziert. Dabei wird ein Wirkstoff verabreicht, der häufig ebenfalls zum Ausbleiben der Regelblutung führt und gleichzeitig zuverlässig das Auftreten einer Schwangerschaft verhindert. Vorteil der Methode sind die niedrigen Kosten und ein sicherer Verhütungsschutz. Nachteile können diverse Nebenwirkungen wie z.B. ein vermehrter Knochenabbau und andere Nebewirkungen sein, die wir in einem persönlichen Gespräch klären sollten.

 

6. Verhütungsstäbchen

Hierbei handelt es sich um ein Stäbchen, dass kontinuierlich Hormone freisetzt und damit zu einer Verhütung führt. Problematisch ist hierbei, dass das Stäbchen unter die Haut gelegt werden muss. Es kann bis zu 5 Jahre liegen bleiben. Hierbei werden sind Fälle in der Literatur beschrieben worden, bei denen das Stäbchen seine Lage verändert und nicht mehr an der ursprüngliche Stelle zu finden ist. Dies kann weitere Untersuchungen und Eingriffe nach sich ziehen, um das Stäbchen wieder zu entfernen.

 

7.natürliche Verhütung

Bei den natürlichen Verhütungsmethoden gibt es eine ganze Reihe an Möglichkeiten. Die Temperaturmethode ist die wohl bekannteste Methode. Hierbei wird regelmäßig die Körpertemperatur gemessen. Der Eisprung geht normalerweise mit einer Temperaturerhöhung des Körpers einher. So kann dann auf die fruchtbaren Tage geschlossen und eine Abstinenz gelebt werden. Der Temperaturverlauf ist jedoch abhängig von vielen anderen Faktoren (Schlaf, Lebensstil, etc). Daher ist diese Methode als sehr unsicher zu bewerten und nur für wenige Menschen geeignet.

Daneben gibt es noch Methoden zur Berechnung der fruchtbaren Tagen. Diese Berechnung führt häufig zu einem sehr langen Intervall der Abstinenz und zu nur einer sehr begrenzten Anzahl an "sicheren" Tagen. Es gibt noch weitere natürliche Verfahren, die jedoch insgesamt als sehr unsicher zu werten sind.

 

8. Das Kondom

Das Kondom für den Mann ist einfach zu handhaben, schützt vor einigen sexuell übertragbaren Erkrankungen und ist überall verfügbar. Daher ist es sicherlich eine vielfach genutzte Alternative. Problematisch ist allerdings die Zahl an ungewollten Schwangerschaften, die trotz Kondomgebrauch entstehen. Dies beruht häufig auf Anwendungsfehlern oder Materialfehlern (z.B. gerissenes Kondom). Außerdem muss sich die Frau in diesem Fall auf den Mann verlassen und kann ihre Verhütung nicht selbst steuern.

Das Kondom für die Frau ist ebenfalls ein unsicheres Verhütungsmittel. Hierbei wird eine Kappe über den Gebärmutterhals gestülpt. Um die Wirksamkeit zu erhöhen kann zusätzlich ein spermizider Schaum verwendest werden. Beides ist jedoch etwas schwieriger in der Anwendung.

 

9. Die Pille danach

Bei der "Pille danach" gibt es verschiedene Präparate. Diese Unterscheiden sich in der Wirkungsweise und der Dauer, in der diese nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr noch eingenommen werden können. Gleichzeitig sollte immer geklärt werden, welche Auswirkungen die Einnahme auf Ihre Gesundheit, den Zyklus, die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Verhütungsmitteln dies haben kann. Gleichzeitig sollten alternative Verhütungsverfahren besprochen werden. Wenn Sie sicher gehen möchten, dass die Pille danach in Ihrem Falle wirkt und welche Risiken die Einnahme birgt, dann machen Sie einen Notfalltermin in unserer Sprechstunde aus oder kommen einfach ohne Termin vorbei. Die rezeptfreie Abgabe in der Apotheke kann negative Folgen für Sie haben und ersetzt keinesfalls ein ärztliches Beratungsgespräch.

 

Die oben aufgeführten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und können keinesfalls eine eingehende ärztliche Beratung ersetzen. Für jedes Verfahren gibt es Indikationen und Kontraindikationen, die es zu beachten gilt. Bei Unsicherheiten und Fragen vereinbaren Sie einfach noch heute einen Termin.

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